Fritz Dobler

Fritz Dobler wurde am 24.6.1927 in Singen/Hohentwiel geboren. Bereits als 8jähriger war er dort aufgrund seiner musikalischen Begabung bekannt und begann, erst 15jährig, ein Musiklehrerstudium an der Städtischen Musikschule Trossingen (heute Hohner-Konservatorium).

Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1947 wurde er in Trossingen Lehrer für Solo-Akkordeon, Tonsatz, Improvisation und Dirigieren und Leiter des Trossingener Seminarorchesters. 1949 wird er in Konstanz erster „Deutscher Akkordeon-Meister“ – 1954 gewinnt er als erster Deutscher in Stuttgart den „Coupe Mondiale“. Sein 1958 begonnenes Kapellmeisterstudium an der Staatlichen Musikhochschule Stuttgart, Hauptfach Dirigieren, schließt er 1963 ab.

Seiner Ernennung zum Bundesdirigenten des DHV (Deutscher Harmonika-Verband) folgen weitere bedeutende Auszeichnungen: 1989 die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für sein Engagement als Komponist für das Laienmusizieren und 1993 die Verleihung der Hugo-Hermann-Medaille des DALV (Deutscher Akkordeon-Lehrer-Verband), dessen Vorstand er 20 Jahre lang angehörte.

Charakteristisch für Fritz Dobler ist seine engagierte Vorreiterrolle. Als erster und lange Zeit einziger Akkordeonist mit Hochschulabschluß führte er Originalkompositionen, darunter überaus zahlreiche Uraufführungen, und vor allem Transkriptionen frühklassischer Werke (z.B. von Bach) auf. Er brachte das Akkordeon mit Einzeltonmanual auf der Bass-Seite (M III) nach Deutschland und war als Leiter des Trossingener Seminarorchesters zusammen mit Rudolph Würthner, der die Leitung des „Orchesters des Hauses Hohner“ innehatte, maßgeblich an der Ausbreitung und Entwicklung des „Akkordeon-Orchesters“ beteiligt.

Neben seinen Erfolgen als Akkordeon-Solist, -Lehrer und Dirigent (auch symphonischer Orchester) darf jedoch auch Fritz Doblers kompositorisches Schaffen nicht unerwähnt bleiben. Nach Dietmar Walther und Bernd Maltry in den ersten beiden Projektjahren war es mit den „Varianten“ gerade die Erschließung eines Dobler-Werkes unter der Leitung des Komponisten, welche die gemeinsame Arbeit im LAOH sehr bereichert hat. Darüber hinaus hat Fritz Dobler mit der „Wiederentdeckung“ der bereits fast Vergessenen Bearbeitung des Trompetenkonzertes in der gelungenen Zusammenarbeit mit Jens Jourdan sowie die Interpretation des Hippe-Werkes „Krakatao“ wesentliche und unvergessliche Impulse im Projektjahr ’97/98 des LAOH gesetzt.

Das LAOH ist Fritz Dobler dankbar für sein großartiges Engagement im Projektjahr 1997/98 und bleibt ihm in der Hoffnung auf eine weitere gute Zusammenarbeit in Freundschaft verbunden.